Wohnungskrise: Lediglich 206.600 neue Wohnungen in einem Jahr
16.07.2026
Die Bauaktivität in Deutschland ist stark rückläufig. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilte, wurden hierzulande im Jahr 2025 nur 206.600 Wohnungen gebaut. Das waren 18,0 % oder 45.400 Wohnungen weniger als im Jahr 2024. Damit sank die Zahl fertiggestellter Wohnungen im zweiten Jahr in Folge deutlich (2024: minus 14,4 % gegenüber dem Vorjahr), nachdem sie in den Jahren 2021 bis 2023 jeweils bei rund 294.000 gelegen hatte. Zuvor war die Zahl neuer Wohnungen von ihrem Tiefststand von 159.000 im Jahr 2009 auf einen Höchststand von 306.400 im Jahr 2020 gestiegen. Niedriger als im Jahr 2025 war die Zahl neuer Wohnungen zuletzt 2012 (mit 200.500 neuen Wohnungen).
Hinweis: In den Zahlen sind sowohl Wohnungen in neuen Gebäuden als auch neue Wohnungen in bestehenden Gebäuden enthalten.
In neu errichteten Wohngebäuden wurden im Jahr 2025 insgesamt 172.600 Wohnungen fertiggestellt. Das waren 20,0 % oder 43.300 Neubauwohnungen weniger als im Vorjahr. Rückgänge gab es sowohl bei den meist von Privatpersonen errichteten Ein- und Zweifamilienhäusern als auch bei den v.a. von Unternehmen gebauten Mehrfamilienhäusern: Mit 41.800 Einfamilienhäusern wurden 23,3 % oder 12.700 weniger fertiggestellt als im Vorjahr. Die Zahl neuer Wohnungen in Zweifamilienhäusern fiel um 21,4 % oder 3.800 auf 13.800.
In Mehrfamilienhäusern, der zahlenmäßig am stärksten vertretenen Gebäudeart, wurden 109.800 Neubauwohnungen geschaffen, das waren 18,9 % oder 25.500 weniger als im Jahr 2024. In neu errichteten Wohnheimen sank die Zahl fertiggestellter Wohnungen um 15,1 % oder 1.300 auf 7.200. In neuen Nichtwohngebäuden entstanden im Jahr 2025 insgesamt 3.300 Wohnungen und damit 31,8 % oder 1.500 weniger als im Vorjahr; hierunter fallen bspw. Hausmeisterwohnungen in Schulgebäuden oder Wohnungen in Innenstadtlagen über Gewerbeflächen. Durch Umbaumaßnahmen in bestehenden Wohn- und Nichtwohngebäuden schließlich wurden im Jahr 2025 insgesamt 30.700 Wohnungen fertiggestellt, das waren 1,8 % oder 600 weniger als im Vorjahr.
In der regionalen Betrachtung zeigt sich, dass die Zahl der fertiggestellten Neubauwohnungen in Wohngebäuden im Osten prozentual mehr als doppelt so stark zurückgegangen ist wie im Westen. Während die Zahl der fertiggestellten Neubauwohnungen im Westen gegenüber dem Vorjahr um 16,7 % (minus 29.200 auf 145.700) abnahm, sank die Zahl im Osten um 34,3 % (minus 14.000 auf 26.900).
Die durchschnittliche Abwicklungsdauer von Neubauwohnungen in Wohngebäuden, also die Zeit von der Genehmigungserteilung bis zur Fertigstellung, hat sich bei den im Jahr 2025 fertiggestellten Wohngebäuden auf 27 Monate verlängert. Im Jahr 2024 hatte der Bau einer Wohnung noch durchschnittlich 26 Monate gedauert, im Jahr 2020 lediglich 20 Monate.
Hinweis: Eine Neubauwohnung hatte im Jahr 2025 eine durchschnittliche Wohnfläche von 95,2 qm.
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